DichtArt XXXV – Brand

Brand

Dem wilden Abendmahl hat es die Stimme verschlagen. Stumm liegt Todes Bruder auf dem Tisch, die Seele seziert, in ihren Einzelteilen ausgeflogen. Zurück bleibt ohn‘ Macht nur die leere Hülle, ausgebrannt und farblos getüncht in ein Tuch aus Schweigen. Die Hoffnung wiegt die Reste ab und legt sie auf die Himmelswaage. Post mortem. Des schwachen Geistes Lebensfunke, pulsierend ein und aus, erhebt sich nach und nach aus des Lebens Urgequell. Entzündet aus dem Fingerzeig brennt der Seele Atem ein, neu bestückt der Heldenmut wie Phönix aus der Asche, aufgestanden, dem lockend Morgenmahl brennend entgegen zu treten.


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