DichtArt LXXII – Sensi & Grobi

Sensi & Grobi

Sensi liebt ganz tief in sich, will strahlen mit ihr’m eignen Licht. Grobi indes liebt gern mit und pflanzt ihr ein sein feurig Licht. Schau, mein Lieb, wie leuchtest du, sagt er zu ihr, sie brennt im Nu. Sie gibt sich hin in Leidenschaft und Grobi steht in seinem Saft. Das Öl, dass er so gern vergießt, zu schüren ihr Gefühl, es fließt, nimmt Sensi auf die Dauer ihre ganze Mental-Power, erschöpft zieht sie sich dann zurück. Was Grobi nämlich gern vergisst: dass Sensi auch sich selbst noch ist. Ihm fehlt für Feines das Gemüt und ist erstaunt, was ihm hier blüht. Denn Sensi hat ihr eigen Glut, die sie gern entfachen tut und das auf ihre eigne Weise, nicht so stürmisch, sondern leise. So fackelt Grobi lichterloh und Sensi glühet warm im Herzen, auf diese Art passt es noch nicht. Sie fragen sich, was soll’n sie tun, mit ihrem unterschiedlich leuchtend Licht? Ganz einfach, sagt das Herzgedicht, ihr tauscht euch aus wenn’s danach ist, zur selben Zeit natürelich: Braucht Sensi Feuer mal für sich, dann holt von Grobi sie das Licht, und möchte Grobi sanfte sein, steigt er in Sensis Glut mit ein, danach darf jeder wieder selber sein – so bleibt ein jeder wie er ist, verbunden mit des and’ren Licht.


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