DichtArt XCVIII – Das reine Herz

Das reine Herz

Das reine Herz will ewig schlagen,
es mag gar pochen wild und frei,
es möchte einfach nicht verzagen,
wofür es lebt, ist einerlei.

Entfalten will es sich in Freude,
schaut nicht zurück und ist im Heute,
im Sturm der Liebe will es treiben,
Triebe leben, zeitlos bleiben.

Mit Sinn und Unsinn im Gepäck,
will es reisen ganz weit weg,
es möchte Grenzen überschreiten
und niemand Rechenschaft erteilen.

So will es Träumen ohne unterlass,
sich auch spür‘n, ja, das macht Spaß.
Tun und lassen das wär fein,
ohne Ängste, einfach sein.

Es will tanzen bis zum Ende,
klettern hoch auf manche Wände,
lachen will es undressiert,
leise, laut sein, ungeniert.

Es möcht‘ sich binden und auch fliegen,
sich für niemanden verbiegen,
wachsen will es auch ganz groß,
mit ‘nem andren Herz, das wär‘ famos.


Bild: (C) 1990, Text: (C) 2021 by Dichterling