DichtArt CXXXIII – Belogen

Belogen

Was hab‘ ich mich verbogen
Gefallen wollt‘ ich dir
Ich habe mich betrogen
War selten kaum bei mir

Hab‘ alles dir gegeben
Und hielte nichts bei mir
So war ich hart im Nehmen
Verletzte mich im Wir

Ich habe dir geschworen
Zu bleiben stets bei dir
Was ist daraus geworden
Ich stand nicht mehr zu mir

Die Angst, dich zu verlieren
Nahm trotzig Überhand
Sie ließ mich nicht agieren
Mein Selbst hab‘ ich verbannt

Alles machte ich für dich
Wofür lohnte es nur sich
Ausgepowert hab‘ ich mich
Verlor dabei mein inn’res Ich

Tief war ich im Uns verstrickt
Ich gab mich hin in das Geschick
Glaubte feste an die Liebe
Nahm auf mich so viele Hiebe

Letztlich kam ich zur Erkenntnis
Schmerzlich aber doch sehr klar
Ich war mir selber nichts mehr wert
Und verkauft‘ mich unter Stand

Künftig bleibe ich bei mir
Und weilest du dann auch noch hier
Wird es Lügen nicht mehr geben
Denn wahrhaft will ich leben


Bild und Text: (C) 2022 by Dichterling