DichtArt CXLIII – Fliegen ohne Wurzeln

Fliegen ohne Wurzeln

Freisein ist wie loses Schweben
Ohne Ziel und ohne Richtung
Ein Treiben in Zeitlosigkeit
Kein Platz zum Landen nirgendwo

Ein Geiste nah am Himmelszelt
Wird endlos suchen ohne Fund
Im Strudel der Verschwommenheit
Erreicht er niemals tiefen Grund

Im Seelenheil auf Wachstumspfad
Der nur auf seiner Sicht beruht
Zeugt Hybris auf dem Herzensthron
Ein Ort, der keine Heimat ist

Das Ich ereifert grenzenlos
Es setzt sich über alles weg
Beherrschen ist sein bös Geschäft
Gemeinsamkeit verliert den Zweck

Der Liebe Unabhängigkeit
Im Absolut nur um sich kreist
Schafft eine öde Einsamkeit
Die keine fruchtbar Bindung birgt

Das Leben will ganz hoch hinaus
Es kappt das tiefe Ursprungsquell
Zu sich selbst und seinem Sinn
Und fällt in Energieverlust

Ein Fluge wird nur dann beflügelt
Wenn das Selbst sich einig ist
Mit sich selbst und mit der Welt
Und Kraft aus seinen Wurzeln speist


Bild: (C) 2007 by Angela Nungäßer; Text: (C) 2022 by Dichterling


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