DichtArt CXLI – Opfergefühl

Opfergefühl

Man lehrte mich gehorchen nur
Der Widerspruch mit Straf verhöhnt
Mir war von vornherein vergönnt
Ich selbst zu sein auf eigner Spur

Was kommen musste, kam dann auch
Ich passt mich an, um zu gefallen
Begann ich fürchterlich zu krallen
Fiel mit der Liebe auf den Bauch

In Leidenshaltung dargebracht
Hab ich im Leben falsch gedacht
Nur andre seien daran Schuld
Dass ich im Schmerze viel erduld.

Dann suchte ich das Fehl bei mir
Verschloss mich schämend dieser Welt
Verriegelte ganz fest die Tür
Wollt nicht, dass jemand durch mich fällt

Nach einer Zeit erblickte ich
Dein Spiegel tief in meinem Blick
Erkannte dein gebranntes Leid
Sah meine Haut in gleichem Kleid

Nun ringe ich mit dir und mir
Was Bindung ist und was ist Frei
Es schleichen sich die Ängste ein
Schon wieder ungenug zu sein

Doch nun halt, so kanns nicht gehen
Alte Muster, Hindernisse
Ebnen keine neuen Wege
Bleiben auf der Stelle stehen

Und Schuldzuweis nebst Selbstmitleid
Erfüllen hier nur einen Zweck
Sie zeigen was dahinter steckt
Die Ketten der Abhängigkeit

Nun lernt mein Ich ne neue Kur
Mit Unzulang ich leben könnt
Mir sei im Nachhinein gegönnt
Ich selbst zu sein auf eigner Spur


Bild und Text: (C) 2022 by Dichterling