DichtArt CXXIV – Sorgenfrei

Sorgenfrei

Mit Fünf, da lag einem die Welt noch zu Füßen
Offenheit und Abenteuer ließen Grüßen
Anfassen, schmecken und auch ausprobieren
Magisch war der zauberhafte Lebenspfad
Erfahrung und Erleben lebten jetzt und hier
Denken, Fühlen und auch Tun kamen voll in Fahrt

Mit Erziehung, Struktur, Moral und Anpassung
Geriet die Entfaltung vollends aus der Fassung
Es folgt das Streben nach dem vagen Glücke
Und riss das Ich in tausend Stücke
Festgefahren, mustergültig und verteidigend
Hielt man fest an Sicherheit – wie erdrückend

Doch irgendwann, da schleicht sich die Erinnerung
Langsam, Stück für Stück, und fordert den Tribut
Durch’s Gehirn und windet sich mit vollem Schwung
In die Bahnen feuchter Augen voller Flut
Und man fragt sich ernsthaft und retrospektiv
Ob das Leben wie man wollte so verlief

Der Weisheit letzter Schluss, lebendig‘ Konsequenz
Weist einen Weg zurück nach vorn zum Kind
Drum begib dich auf den Ursprungspfad geschwind
Denn einzig darin liegt die Lebenspräferenz
Zu leben wie man nun geboren ist
Als freier Geist in der Zeiten Gnadenfrist


Bild: (C) 2022 by Ideenlese; Text: (C) 2022 by Dichterling