DichtArt LXXXII – Nächtens

Nächtens

Demletzt: Aufgewacht vom Dornenpieks kitzelt mich der Rosenduft verführerisch in der Nase und verteilt seine Blätter verspielt auf meiner Haut. Vanilla stachelt lieblich zurück und spielt auf der Dornenleiter die Partituren der Overtüre No 6 von Eros Amori rauf und runter; es tanzen die Blüten im Tango die Choreographie eines heiligen Mantras. Im Gleiten sanft melodischer Töne umschließt die Roseknospe die blühende Planifolia tief mit ihren zarten Ranken, farbvoll verwoben in inniger Verbindung, bis das Duo-Anima im Tempel der Ewigkeit alchemisch ineinander verschmolzen ist und eine neue Welt gebärt. Welch eine unvergessliche Ode an die Schönheit der Nacht, deren Applaus noch bis tief in die ineinander verschlungenen Kammern des Herzens zu hören ist, bis sein Echo im Rhythmus des gemeinsamen Venenrauschens unter dem Sternenfunkeln des Firmaments langsam verhallt und sich in die Dunkelheit der Nacht verträumt einhüllt. So will ich dereinst schwelgen können: Ich habe geliebt.


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